FAQs zur Atomenergie

In jüngster Zeit muss man geradezu von einer Renaissance der Atomenergie sprechen. Das Sonderbare - nun tauch wieder die altbekannten (vermeintlichen) Argument der Atomkraftwerkslobby auf, die schon in den 60ern und 70ern wieerlegbar waren.
Einige der bekanntesten werden in einer ausgezeichneten  Plakatserie von IPPNW widerlegt (s. Link rechts).

Ein wesentliches "Argument" von Atombefürwortern - jenes des "billigen" Atomstroms - wollen wir hier näher beleuchten...

Warum ist Atomstrom(import) 'billig'?

Auch in Österreich geht landauf, landab die Rede vom “billigen” Atomstrom: Politiker, E-Wirtschaft, Kommentatoren, Journalisten, aber sogar grüne Mandatare und aktive Atomgegner verwenden den Ausdruck.

Bei ersteren steckt zT Sympathie für die Atomenergie dahinter, die sie so endlich wieder etwas ausleben können; bei letzteren Unbedachtheit oder sprachliche Ungenauigkeit. In jedem Fall wird die breite Öffentlichkeit zugunsten der Atomenergie beeinflußt: hängen bleibt “billiger Atomstrom”.

Man kann nun nicht jedesmal Argumente anhängen, weshalb Atomstrom nur dann als “billig” gelten kann, wenn man nur die Spitze des Eisbergs seiner Kosten sieht (und einem beim Einkauf, beim Import tatsächlich nur dieser kleine Kostenzipfel verrechnet wird, während alle anderen Kosten indirekt und unsichtbar von der Allgemeinheit zu tragen sind). Daher sollte man zumindest “billig” stets in Anführungszeichen setzen, oder von “scheinbar billiger Atomkraft”, “billiger, weil Jahrzehnte hochsubventionierter Atomenergie” o.ä. sprechen.

Denn als... “billig” erscheint Atomstrom u.a. weil:

- unter den Gestehungskosten exportiert wird, um nukleare Überkapazitäten auszulasten. Das bringt immer noch mehr – und schaut besser aus -, als wenn die AKWe stillstünden (EDF/Frankreich hat rd. 12 Reaktoren à 900 MW zu viel).

- viele heutige und v.a. zukünftige Kosten nicht auf die Betriebskosten geschlagen werden (A-Müll u.a.);

- ungeheuere staatliche Subventionen in die A-Industrie geflossen sind (für Atomforschung, Anlagenerrichtung, indirekt durch viele steuerliche Begünstigungen: zB steuerfreie Rückstellungen in Milliardenhöhe, staatliche Garantien etwa für die heute rd. 170 Mrd. Francs Schulden EDFs – dadurch günstige Zinsen, usw.);

- die Atomindustrie in allen Betreiberstaaten, ja sogar den meisten AKW-freien Staaten, für Schadensfolgen nach den geltenden Atomhaftgesetzen nur zu einem winzigen Bruchteil der tatsächlichen möglichen Schadenshöhe zu haften hat (Ausnahmen: Luxemburg, Österreich);

- an den Sicherheitsmaßnahmen gespart wird (bes. in mittel- u. osteur. Atomanlagen);

Wären Österreichs Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und zT auch in den Medien wirklich im Herzen Atomgegner, wirklich überzeugte, wirklich informierte und damit aus sich heraus agierende, offensive Atomgegner und nicht nur stets auf Druck und Aufruhr aus der Bevölkerung reagierende Atomgegner, dann würden sie zB

- immer wieder den Skandal der unverantwortlich niedrigen Atomhaftung anprangern;

- Kostenrechnungen aufstellen, die diesen und andere Posten miteinbeziehen;

- auf EU-Ebene bis zu letztendlichem (Teil-)Erfolg eine EU-weite Verschärfung der Atomhaftungsbestimmungen einfordern;
sich mit Fachleuten umgeben und Studien in Auftrag geben, die diesen aktiven Kurs der Kostenwahrheit für Atomstrom untermauern.

Mit Energie in die Zukunft

Absolut sehenswert: Tauchen Sie mit atemberaubenden Bildern in das komplexe Projekt der Errichtung des Windparks Munderfing in OÖ ein! Ein beeindruckendes Bürgerbeteiligungsmodell!

Die PLAGE bedankt sich bei der Energiewerkstatt Consulting GmbH für Ihr Engagement und gratuliert zu diesem zukunftsträchtigen, energiereichen Projekt!

EIN "MUST-READ":

Uranium Mining - Impact on Health & Environment

Bei der Uranförderung gehen - in Tansania und weltweit - Wirtschaftsinteressen vor Gesundheits- und Umweltschutz.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Dar es Salaam (Tansania) hat in Kooperation mit dem Legal and Human Rights Centre (LHRC, Tansania) eine Broschüre zu dieser brisanten Problematik veröffentlicht.

Die Broschüre dokumentiert die Ergebnisse einer internationalen Konferenz zu den gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen des Uranabbaus, die im Oktober 2013 in Dar es Salaam stattfand. Julia Bohnert hat die PLAGE bei dieser Konferenz vertreten.

Topaktuell berichtet Dirk Seifert auf umweltFAIRaendern über den Uranabbau in Tansania.

Unterstützen Sie CESOPE

CESOPE ist eine tansanische Nichtregierungsorganisation, die sich gegen den geplanten Uranabbau in den Regionen Bahi und Manyoni einsetzt.

Der Direktor von CESOPE, Anthony Lyamunda, berichtete im April 2014 auf einer PLAGE-Veranstaltung von dem länderübergreifenden Kampf gegen den mächtigen Atomfilz.

Der Verein Menschenrechte3000 in Freiburg (D) leitet Ihre steuerabzugsfähigen Spenden direkt und zu 100% an CESOPE weiter (Kennwort für Überweisungen: "CESOPE").

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Elfi-Gmachl-Stiftung
Atomfreie Zukunft

Die Stiftung wurde auf Initiative der PLAGE gegründet und fördert insbesondere Projekte zum Schutz vor ökologischen, gesundheitlichen und demokratiepolitischen Auswirkungen der Anwendung atomarer oder analoger Energien.

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Updating Nuclear Law

Nuclear research and nuclear industry have managed to grow and survive because of highly favourable structures found in international law and institutions. Therefore, PLAGE held the first international expert and NGO conference on that topic in autum 2005.