Nicht vergessen!
PN 1997/1 - EU-Österreich'vertreter' stimmen FÜR Atomkraftwerke!
...auch eine Art Atomgefahr - Dummheit...
Den Stier bei den Hörnern...
10-fach-Bravo!!
Bravo, Marilies Flemming, die – als einen ihrer ersten politischen Akte im EU-Parlament – gegen einen Antrag stimmte, wonach die EU „die Förderung der Kernenergie einstellen und den Euratomvertrag im Jahr 2002 dahingehend ändern (sollte), daß der sichere Abbau der Kernreaktoren und die sichere Lagerung der Nuklearabfälle die einzige Aufgabe von Euratom wird.“
Bravo, Ursula Stenzel, bravo all den sechs ÖVP-Abgeordneten im EU-Parlament, die solcherart gegen den Einstieg der EU in den Atomausstieg stimmten! Eine Krone insbesondere dem Kaiserenkel, der die Pro-Atompolitik seines Vaters im Europaparlament fortsetzt und auf diese Weise offenbar das Land Salzburg vertritt.
Bravo, ex-Landeshauptmann Katschthaler, der einer Delegation der Plattform gegen Atomgefahren 1992 versicherte, zum erfolgreichen Auftreten gegen EURATOM müsse man „drinnen sein und den stier bei den Hörnern packen“. (Landeskorrespondenz Nr. 235 vom 2.12.1992)
Bravo allen, die getönt haben: „Wir müssen in die EU hinein, um sie von innen her zu verändern.“
Bravo allen, die den Versprechungen vor der EU-Volksabstimmung geglaubt haben. Die die Verunglimpfung der Euratom-Gegener als „Horror-Märchenerzähler“ (Kronenzeitung wenige Tage vor der Abstimmung) geglaubt haben.
Bravo all jenen, die bei der Wahl zum Europaparlament wieder „Österreichs Schicksal in die besten Hände“ gelegt haben! Bravo all jenen, die auch für die nächsten Wahlen daraus keine Lehre ziehen und sich vom Kaisersproß (samt „Krone“) und von der seriös-mütterlich-kompetenten TV-Umsteigerin beglückt die Hand schütteln lassen und ihnen die unwahrscheinlichsten Versprechungen dankbar von den Lippen lesen.
Bravo jenen, die auch bei Neutralität und Beitritt zur Verteidigungsunion (WEU) wieder glauben werden, daß diese keine Atommacht sein wird oder das bei NATO-Beitritt sicher keine Atomwaffen auf österreichischem Staatsgebiet stationiert würden.
Bravo den SN und x anderen Zeitungen und dem ORF, die im Gegensatz zum – doch ungleich weniger informativen, nicht?! – „täglich alles“ zunächst kein Wort über das Stimmverhalten der ÖVP-Abgeordneten in Straßburg berichteten. So erfuhren nur wenige, daß deren sechs Gegenstimmen knapp das NEIN zu einer Atomausstiegslinie in der EU bedeuteten (244 : 237) – ebenso hätte ihr JA knapp die historische Chance wahrgemacht!
Wahrlich, der gesamte Vorrat an Sarkasmus, ja Zynismus, den man aus den Erfahrungen von fast 20 Jahren überparteilichen Engagements ansammeln hätte können, reicht nicht aus, um diese Großtat österreichischer Volksvertreter im EU-Parlament zu kommentieren.
Übrigens – gab es da nicht ein „EG-Lesebuch“ mit dem Titel „Verraten und verkauft“ ?! Eines dieser Schauermärchenbücher, nicht?...
(Leserbrief von PLAGE-Sprecher Heinz Stockinger an die Salzburger Nachrichten, den die Zeitung nicht abgedruckt hat.)
