Der atomare Wahnsinn - filmische Reflexion Das Kino
18.06.2011
DER ATOMARE WAHNSINN - Eine filmische Reflexion
18. Juni – 1. Juli 2011 im DAS KINO Salzburg
Programm - Downloadbereich rechts!
Contra“ gezeigt und für die Diskussion zu diesem Thema eine Plattform geboten. Galt
die Debatte zunächst der sogenannten friedlichen Kernenergie, wurde sie durch die
Frage „Ja oder Nein?“ zum österreichischen Atomkraftwerk Zwentendorf immer
vehementer geführt. Der Bau der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf im
benachbarten Bayern, mobilisierte Stadt und Land Salzburg. Der deutsche
Dokumentarfilm-Regisseur Bertram Verhaag hat mit seinem Langzeitprojekt die
Auswirkungen der Atomenergie auf Staat, Gesellschaft und den Einzelnen untersucht
und dokumentiert. Seine Filme sind der soziale Spiegel der Auswirkungen einer
Energieform, die auch einen aggressiven Umgang der Politik mit der eigenen
Bevölkerung zutage brachte. In diesen Filmen werden alle Argumente angeführt, die
heute angesichts von Fukushima fast unverändert wieder neu gestellt werden müssen.
Ergänzt wird die Trilogie von Bertram Verhaag – SPALTPROZESSE, RESTRISIKO,
DAS ACHTE GEBOT – mit dem legendären Film des Österreichers Nikolaus Geyrhalter
über die Todeszone von Tschernobyl PRIPYAT, den neuen Film YELLOW CAKE, der
die ›saubere Energieform‹ Atom in Frage stellt und INTO ETERNITY, der die reale
Unternehmung des Baus eines Endlagers für Atommüll in Finnland dokumentiert und
allein durch seine Bilder wie eine Apokalypse, ein Science-Fiction des Horrors wirkt.
Das Lager in Finnland soll laut Plan im Jahr 2100 fertig gestellt sein und den Atommüll
– so wird behauptet – für die nächsten 100.000 !!! Jahre bewahren.
Im Juni 1987 haben wir in unserem Programm anlässlich der Premiere von
SPALTPROZESSE den Zukunftsforscher, Filmemacher, Journalisten und Autor („Heller
als tausend Sonnen“, „Der Atomstaat“, „Zukunft zwischen Angst und Hoffnung“)
Professor Robert Jungk, der 1986 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet
wurde, zitiert. Dieses Zitat möchte ich ans Ende dieses Vorwortes stellen:
„Ich habe ja noch ganz bewusst die 20er Jahre erlebt, bin damals noch in die Schule
gegangen, habe 1932 mein Abitur gemacht, und ich habe damals miterlebt, wie man
Hitler nicht ernst genommen hat. Und dieses Wegschieben einer Gefahr, das erlebe ich
jetzt mit Schrecken wieder. Man will auch diese Möglichkeit, sozusagen des Super-
Hitlers in Form einer deutschen atomaren Beteiligung, nicht wahrhaben. Und dieser
Super-Hitler ist mindestens so gefährlich – wenn nicht noch gefährlicher – wie andere
Hitler, weil er einen Holocaust von ganz anderen Ausmaßen anrichten kann“ (Robert
Jungk ist am 14. Juli 1994 in Salzburg gestorben)
Michael Bilic
DAS KINO
