Atomanlagen-Finanzierung für ERSTE BANK „ethisches Investment“
15.02.2008

Sparkasse mit im Boot - Mitverantwortung für grenzüberschreitende Gefährdung
Ein Sprecher der „Erste Bank“ hat im ORF erklärt, dass die Entscheidung pro Atomausbau allein Sache des slowakischen Staates sei und die „Erste“ als größte Bank der Slowakei sich an der Finanzierung quasi beteiligen müsse. PLAGE-Obmann Heinz Stockinger ortet in diesem Statement „absichtliche Naivität“: „Will die Erste Bank die Macht und moralische Mitverantwortung des Geldes beim Zustandekommen fragwürdiger Unternehmungen ausblenden?“ Sie solle sich nicht vor der Tatsache drücken, dass es sich bei der Atomenergie um keine x-beliebige Technologie, sondern prinzipiell um Hochrisiko-Technik handelt. Bei einem wenig wahrscheinlichen, aber möglichen Super-GAU im AKW Mochovce und entsprechender Wetterlage könne man „Wien oder ganz Österreich vergessen“.

„Wenn in
Mochovce ein
dritter und vierter Reaktor mit „Erste“-Geld entstehen und es dort zu
gröberen
Zwischenfällen kommen sollte, kann die Bank sicher sein, dass nicht nur
die
PLAGE und alle anderen Atomgegnerinitiativen auf ihre Mitverantwortung
zurückkommen werden. Spätestens dann laufen ihr die Kunden in Scharen
davon!“ kündigt
PLAGE-Sprecher Stockinger an. Zunehmend würden bereits jetzt
„Erste“-Kunden
eine Kündigung erwägen, ist er überzeugt. Zumal die Kampagne zur
Information der
Öffentlichkeit über die „Erste“-Atomgeschäfte weiterlaufe.
F.d.
PLAGE: Mag. Heinz Stockinger
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* Bei Mochovce 3 und 4 handelt es sich um einen Anlagentyp, der basierend auf Sicherheitsstandards von 1974 in der Sowjetunion geplant wurde und auch nach den geplanten Verbesserungen ohne Sicherheitshülle (Containment) laufen würde. Für Mochovce wird eine Baugenehmigung aus 1986 verwendet, es gibt keine Umweltverträglichkeits-prüfung in der Slowakei selbst und auch keine grenzüberschreitende UVP im Zusammenwirken mit Nachbarländern wie Österreich. - Damit zählt das Mochovce-Projekt zu den schlimmsten Atomprojekten. Dass eine österreichische Bank für ein derartiges atomares Gefährdungspotential vor Österreichs Haustür auch noch die Geburtshelferin abgeben will, ist doppelt verwerflich.
