EURATOM-Vertrag: Überarbeitung oder Kündigung

09.05.2007   

In einem heute, Mittwoch 9. Mai, im Europa- und Integrationsausschuß des Salzburger Landtages diskutierten Antrag traten die Grünen dafür ein, die Bundesregierung „aufzufordern, den Austritt Österreichs aus EURATOM konsequent zu betreiben und das Regierungsübereinkommen in diesem Sinn zu ergänzen.“ Begründet wurde dies von der grünen LAbg. Heidi Reiter unter anderem mit der „für Erneuerbare Energien und Technologienunerträglichen Wettbewerbsverzerrung“ durch den EURATOM-Vertrag. Drei völkerrechtliche Gutachten bestätigten inzwischen, „dass dieser Privilegienvertrag zugunsten der Atomwirtschaft gekündigt werden kann, ohne die EU-Mitgliedschaft als solche in Frage zu stellen.“ Als geladener Experte ergänzte Mag. Heinz Stockinger von der Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE), dass „kein einziges gegenteiliges Gutachten vorliegt“.

Die SPÖ-ÖVP-Mehrheit im Salzburger Landtag konnte sich zur sofortigen Forderung nach einem österreichischen EURATOM-Beitritt nicht durchringen.Obwohl sämtliche Anläufe der letzten Jahre zu einer EURATOM-Reformkonferenz gescheitert sind, will die Salzburger Landtagsmehrheit nochmals auf Bemühungen der Bundesregierung um eine solche Revision des Atomvertrags setzen. Allerdings mit dem Zusatz, „innerhalb von drei Jahren eine grundlegende Überarbeitung des EURATOM-Vertrags“ zu erreichen. „Im Falle eines Scheiterns“ innerhalb dieses Zeitraumes solle die österreichische Regierung „Ausstiegsszenarien prüfen und gegebenenfalls die Bereitschaft zum Ausstieg erklären.“ Bereits bis zum 31.12.2007 soll die Bundesregierung „die reale Höhe und detaillierte Mittelverwendung der österreichischen Beiträge“ zum EURATOM-Budget „ermitteln und dem Salzburger Landtag berichten.“

Nach Ansicht von PLAGE-Sprecher Stockinger setzt der Salzburger Landtag mit der EURATOM-Revisionsforderung „auf ein lahmes Pferd“: „Nur mit der Ankündigung des Austritts aus der Atomgemeinschaft kann Österreich für Diskussions- und Reformbereitschaft auch bei den Staaten sorgen, denen der Status-quo quasi kampflos die bequemste Absicherung ihrer Pro-Atompolitik garantiert.“ Die gesetzte Frist von drei Jahren – d.h. bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode – sei das Mindesterfordernis, um weitere Bemühungen um eine EURATOM-Überarbeitung auf den Prüfstand stellen zu können, meint der PLAGE-Sprecher.

F.d. Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE):

Mag. Heinz Stockinger, e.h.

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